Innehalten, aufatmen und aufarbeiten nach der COVID-Welle

  • 29.03.2021

Die Corona-Pandemie hat deutschlandweit viele Pflegeheime getroffen. Auch unser Pflegeheim Senioren-Wohnpark Landshut ist von dieser Pandemie nicht verschont geblieben.

An dieser Stelle möchten wir unser tief empfundenes Beileid an alle Angehörigen und Hinterbliebenen aussprechen sowie Kraft für die Zukunft wünschen. Auch unsere Mitarbeiter*innen trauern um die Bewohner*innen, die von uns gegangen sind.

Mit der Corona-Pandemie kamen viele Umstellungen auf unsere Mitarbeiter*innen zu. Mundschutz tragen, Besucherregeln organisieren, Tests durchführen, auf Einhaltung der Hygienemaßnahmen achten, Abstand halten, einen altersgerechten Alltag für unsere Bewohner*innen gewährleisten und dabei stets Lächeln. Immer wieder mussten Bewohner*innen bei Verdachtsfällen isoliert werden und auch Mitarbeiter*innen wurden in Quarantäne geschickt. Hier zeigte sich der starke Teamgeist in der Einrichtung.
Die Aufarbeitung der Ereignisse im Januar 2021 während und um das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen erfolgt sowohl intern auch als auch extern. Die Untersuchungen der Polizei und Staatsanwaltschaft unterstützen wir vollständig und uneingeschränkt. Alle geforderten Unterlagen wurden und werden zeitnah zur Verfügung gestellt. Ein Teil dieser Aufarbeitung ist auch die journalistische Recherche und Berichterstattung des Geschehenen.

Wie geht es jetzt weiter?
Mittlerweile sind 97% unsere Bewohner*innen geimpft und der Senioren-Wohnpark Landshut ist Corona-frei. Personelle Veränderungen sind eingeleitet und die Mitarbeiter*innen arbeiten daran, wieder einen normalen Ablauf für und mit unseren Bewohner*innen zu leben. Die weiteren Schritte im Senioren-Wohnpark Landshut erfolgen über die nächsten Monate zudem in enger Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden.

Leider erfahren unsere Mitarbeiter*innen weiterhin eine Flut an negativen Meinungen und werden sogar auf Facebook und telefonisch kontaktiert.

Nachfolgend möchten wir exemplarisch die Meinungen und Gedanken drei unsere Mitarbeiter*innen darstellen:

Mitarbeiterin A:
„Immer wieder stehen plötzlich Leute vor der Einrichtung und haben eine riesen Kamera aufgebaut. Diese ist direkt auf unsere Einrichtung gerichtet. Automatisch geht schon jeder einen Schritt vom Fenster weg, um nicht gesehen zu werden …. Jedem Mitarbeiter klopft schon das Herz, nicht schon wieder…. Wann hört das endlich auf… die sollten doch einfach mal klingeln und reinkommen, einfach mal hinter die Tür schauen… Hat jemals einer gefragt, wie es uns als Mitarbeiter ergangen ist oder geht, wenn wir wieder in der Presse lesen „Sorgenheim wird angeklagt…“ „die Kripo ermittelt…“
Das muss aufhören, das zermürbt uns. Was glaubt die Presse, wie wir diese Verluste verarbeiten? Mit Sicherheit nicht mit immer wieder neuen Schlagzeilen.“

Mitarbeiterin B:
„Wir haben Tag und Nacht gearbeitet als uns das Corona-Virus erwischt hat. In der Corona Zeit haben wir nur agiert, wir waren doch selbst überrumpelt…. Wir hatten doch genauso große Angst um unsere Bewohner, um uns und um unsere Familien. Viele haben sich selbst infiziert und tragen noch heute schwere körperliche Folgen mit sich, wie Kurzatmigkeit und Kraftlosigkeit bei Mitarbeitern, die vorher mit voller Kraft und Motivation immer vorn an standen.“

Mitarbeiter C:
„Wir haben vor Corona viele schöne Beschäftigungsangebote mit unseren Bewohnern durchgeführt, wir hatten den BRK-Kindergarten bei uns und z. B. das Laternenfest gemeinsam genossen. Wir hatten eine nette Dame, die mit einem Therapiehund zu unseren Bewohnern kam, ein Musiker kam regelmäßig, wir haben mit unseren Bewohnern im Gottesdienst (evangelisch und katholisch) immer etwas Ruhe und Besinnung finden können und wir haben Ausflüge gemacht, waren Eis essen und viele andere schöne Dinge. Natürlich wollen wir wieder derartige Angebote planen. Wir sind sehr froh, dass wir Corona-frei sind und beinah alle Bewohner geimpft sind und ebenso wir als Mitarbeiter. Das gibt uns ein Stück Sicherheit und Hoffnung, bald wieder ein normales Leben in unserer Einrichtung zu spüren. Der Frühling ist da, die Sonne kitzelt bereits und unsere Bewohner haben genug von Quarantäne…. Jetzt blinzeln wir in die Sonne, weil alles gut wird und wir gern im Senioren-Wohnpark in Landshut arbeiten. Es ist nämlich schön bei uns.“

Wir bitten darum, dass bei aller notwendigen journalistischen Recherche über den Senioren-Wohnpark Landshut die Richtlinien des Pressekodex des Deutschen Presserats beachtet und unsere Mitarbeiter*innen ihre Arbeit mit ihren Bewohner*innen unbelastet und unbehelligt durchführen können.

Wir als Geschäftsführung der EMVIA Living GmbH danken jedem/r einzelnen Mitarbeiter*in für die aufopferungsvolle Tätigkeit an und mit unseren Senior*innen. Auch danken wir der Heimaufsicht FQA, dem Gesundheitsamt, den Johannitern, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Bundeswehr, den freiwilligen Helfern und den anderen EMVIA Einrichtungen für ihre Unterstützung in dieser Krisenzeit.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre EMVIA LIVING Geschäftsführung

Volker Feldkamp         Jay Bratz        Prof. Dr. Parwis Fotuhi

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