Der „Balkan“ feiert - Fest der interkulturellen Begegnung im Seniorenwohnpark

  • 08.06.2019

Geographisch gesehen wird der „Balkan“ als ein entferntes Gebiet im Osten mit jahrelangen, undurchschaubaren politischen und kriegerischen Konflikten wahrgenommen.
Kulturell gesehen wurde der „Balkan“ bzw. „vordere Orient“ lange als eine Region betrachtet, die im Vergleich zum westlichen Abendland als rückständig bzw. weniger zivilisiert erscheint.
Eine Vorstellung davon, welche kulturellen Werte und Gewohnheiten dort tatsächlich gepflegt werden, konnten die Senioren des Seniorenwohnparks Landshut am Nachmittag des 08. Juni 2019 im Rahmen eines „Balkanfestes“ auf der Terrasse des Altenheims bekommen.
Die Veranstaltung bot die ideale Gelegenheit für eine interkulturelle Begegnung, da zum einen mehrere Mitarbeiter der Einrichtung tatsächlich aus Herkunftsländern des Balkans stammen (Kosovo, Albanien, Rumänien usw.) und diese zum anderen sich bereit erklärten, dieses Fest selbst mitzugestalten. Dies trug zu einer individuellen und authentischen Atmosphäre bei.
So hüllten sich die Mitwirkenden in die traditionellen Gewänder ihrer Heimat und führten mit viel Elan volkstümliche Tänze auf. Ein Mitarbeiter aus Bosnien begleitete die Veranstaltung virtuos auf dem Akkordeon. Er hatte einige Jahre in seiner Heimat Unterricht gehabt. Dort hatte er gelernt, frei improvisatorisch, d. h. ohne Notenkonzept traditionelle Melodien und Rhythmen zu spielen. Damit spielte er nicht nur zum Tanz auf, sondern ging auch von Tisch zu Tisch, um die Bewohner mit seiner schwungvollen, dynamischen Spielweise und seiner spürbaren Begeisterung für Musik mitzureißen.
Neben der Terrasse, auf der Wiese, trat eine deutsche regionale Bauchtanzgruppe auf. In farbenprächtigen, seidenähnlichen und ausladenden Gewändern drehten die Damen elegante Pirouetten.
Einige Bewohner auf der Terrasse wurden in die Mitwirkung mit einbezogen, indem sie - von einer Fachkraft dazu angeleitet - einen Tanz im Sitzen einstudierten.
Aufgrund der vielfältigen visuellen und auditiven Eindrücke fühlten sich die meisten Bewohner von den Darbietungen sehr angesprochen und berührt. Sie äußerten ihre Anerkennung für die Mitwirkenden, die scheinbar unermüdlich tanzen und Musik machen konnten.
Eine Bewohnerin meinte, sie sei schon einmal in der Türkei gewesen und heute fühle sie sich wieder wie an einen entfernten Urlaubsort entführt.
Die Mitwirkenden wurden mit viel Applaus belohnt und erinnerten mit ihrer andauernden Begeisterung und Fröhlichkeit an die Mentalität ferner Länder des vorderen Orients, in denen das Feiern von Traditionen und das Zusammentreffen von Familie und Freunden scheinbar noch einen höheren Stellenwert hat als bei uns.

Zurück