Oktoberfest im Seniorenwohnpark Landshut

  • 07.10.2019

Noch löst die Sonne den Nebel ab, aber die immer grauen Tage und dunklen Nachmittage stehen unausweichlich bevor. Viele Vögel, wie derzeit die Kraniche, Schwalben, Stare, Kuckucke und Storche machen sich auf, um in ihre Winterquartiere in Südwesteuropa oder Nordafrika zu entfliehen. Die Senioren des SWP hingegen blieben hier und freuten sich über die Gelegenheit, mit ihren Mitbewohnern ein fröhliches Fest, bzw. Oktoberfest zu feiern.

Das wirkliche, d. h. 186. Oktoberfest, hatte allerdings auf der Münchner Theresienwiese bereits stattgefunden (21. Sept. – 6. Okt. 2019). Das bayerische Fest reicht in die napoleonische Zeit, d. h. in das Jahr 1810, zurück, als Bayern noch ein Königreich war, regiert von dem Wittelsbacher König Maximilian I. von Bayern.

Im vollbesetzten Speisesaal des Seniorenwohnparks konnten die Bewohner und deren Angehörige ebenfalls ein kulinarisches und musikalisches „Wiesnerlebnis“ erfahren.

Der als „fideler Franz“ bekannte Entertainer Franz Eichstetter sorgte mit seinem Keyboard und seinem umfangreichen Unterhaltungsprogramm für Abwechslung. Er versetzte die Bewohner zurück in die vergangenen Jahrzehnte deutscher Nachkriegsgeschichte, als die herrschende Gesellschaft infrage gestellt und wieder für Ideale wie Freiheit und Gerechtigkeit eingetreten wurde.

Da es auf dem Abendbuffet viele interessante kulinarische Schmankerl zum Essen gab, wie Obazda, verschiedene Käse- und Wurstsorten, sowie Würstel und Fleisch vom Grill, dazu Kartoffelsalat und natürlich auch Bier und Radler, ließen sich manche Bewohner nicht so leicht zum Tanzen animieren. Dafür halfen auch Angehörige mit, zu dem Lied „jo, mir san mim Radl do“ eine Polonaise durch den Speisesaal zu bilden.

Wieder gelang es dem stets gut gelaunten, engagierten, im SWP beliebten und musikalisch routinierten Unterhalter,  „fideler Franz“ genannt, an diesem trüben Herbsttag Menschen durch Musik zusammen zu bringen und mit seinem abwechslungsreichen Programm auch inhaltlich etwas zu bieten, bzw. alle Bereiche des menschlichen Lebens auf humorvolle Weise anzusprechen. Daher herrschte auch im SWP, fern von der Münchner Theresienwiese, eine entspannte und unterhaltsame Bierzeltatmosphäre. Die Rückbesinnung auf die Familie und auf die kleinen Freuden eines ruhigen, friedlichen Lebens, das man bewusst genießen wollte, trat nun in den Vordergrund.  

Von vielen Freuden wird in der Musik am häufigsten die Liebe besungen. Lieder wie „Marina“, „rote Lippen soll man küssen“, „Tiritomba“, „Rosamunde“, „wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘…“, zeugen davon, dass ein Leben ohne die Liebe undenkbar wäre. Franz Eichstetter gestaltete den Nachmittag aber auch mit nachdenklicheren Liedern, wie „griechischer Wein“ von Udo Jürgens, der damit die Schicksale griechischer Einwanderer in Deutschland reflektierte. Zudem passt der Schlager in diese Jahreszeit, (in der man gerne in eine Kneipe einkehren geht), und fand daher erneut großen Anklang bei den Zuhörern. Weitere Trinklieder sorgten für ein kurzweiliges Programm und entspannte Bierzeltstimmung. 

Eine Seniorin freute sich ganz besonders über das Lied „einmal um die ganze Welt…“ des unlängst verstorbenen Sängers Karel Gott (der „goldenen Stimme von Prag“), da sie ein großer Fan von ihm gewesen sei. Ein weiterer Höhepunkt war das Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht“ (Drafi Deutscher), das der Entertainer gekonnt umdichtete („Weine nicht, wenn du älter wirst“) und damit auf spielerische Weise die Beschwerden des Alters (Brille, Kamillentee, Rollator, Stock usw.) auf die Schippe nahm.

Zurück