Dultnachmittag im Seniorenwohnpark Landshut

  • 26.08.2019

An einem Nachmittag Ende August wurde auf der Terrasse und im Garten des Seniorenwohnparks Landshut die auf der städtischen Grieserwiese stattfindende Herbstdult mitgefeiert. Für eine gemütliche bayerische Atmosphäre sorgten bereits die in der Eingangshalle und auf der Terrasse aufgehängten blau-weißen Fahnen und Girlanden, die Biertische und -bänke im Garten und nicht zuletzt die zünftige Musik. Viele Bewohner-, bzw. Bewohnerinnen und deren Familien nutzten die Gelegenheit, sich zum Feiern zu treffen und dabei das für diese Jahreszeit außergewöhnliche Sommerwetter zu genießen. 

Das Feiern der Landshuter Dult, einmal im Spätsommer und einmal im Frühjahr, wird im Seniorenwohnpark inzwischen als eine Gewohnheit oder Selbstverständlichkeit angesehen. Ein „zuagroaster“ Bewohner, der also ursprünglich nicht aus Bayern stammt, fragte jedoch freundlich, warum heute gefeiert werde und woher der Ausdruck „Dult“ eigentlich komme. Wenn man dieser Frage einmal nachgeht, kann man erfahren, dass der Ausdruck „Dult“ (althochdeutsch geschrieben „tuld“) schon seit dem 8. Jahrhundert verwendet wird. Dult bedeutete damals wie heute „Fest, Feier, Jahrmarkt“ und fand ursprünglich zu Ehren eines Heiligen statt. Daher wurde in deutschen Städten rund um eine Kirche gefeiert. 

Eine Bewohnerin erinnerte sich noch daran, dass die Verkaufsdult noch vor dem Krieg in der Neustadt stattgefunden habe, die Vergnügungsdult dagegen in der Nähe des Landshuter Hauptfriedhofs. Aufgrund der damaligen Lebensumstände hätte sie jedoch nie die Gelegenheit gehabt, die eine oder andere Dult zu besuchen. Umso mehr freue sie sich jetzt, dies heute im Seniorenwohnpark wieder einmal nachholen zu dürfen. 

Ebenso genossen auch die übrigen Bewohner und Bewohnerinnen gerne Kaffee und Kuchen und abends das Hähnchen, das von der Stadt Landshut für die Senioren spendiert worden war.

Für eine gelungene musikalische Umrahmung sorgte der in der Region  beliebte Alleinunterhalter Franz Eichstetter, „fideler Franz“ genannt, auf seinem Keyboard. Mit seinen schwungvollen Liedern konnte er trotz der sommerlichen Hitze einige Bewohner und Angehörige dazu animieren, zur Musik zu tanzen, zu klatschen oder zu schunkeln. Natürlich durften bayerische Hits dabei nicht fehlen, wie etwa „Resi, i hoi di mit mei‘m Traktor ab“ oder „geh oide schau mi net so deppert o“.

Andere Lieder waren den Senioren vom wöchentlich stattfindenden Chorprogramm bereits so bekannt, dass sie zum Mitsingen einluden. So wurde der Entertainer bei den Liedern „fliege mit mir in die Heimat“, „hohe Tannen weisen die Sterne“, „in einem Polenstädtchen“, „Tiritomba“, "Bergvagabunden“ und „aber dich gibt’s nur einmal für mich“ von den Bewohnern tatkräftig bzw. gesanglich unterstützt.  

Mit dem Abschiedslied „muss i denn zum Städtele hinaus“ ließ der „fidele Franz“ sein vielseitiges Programm ausklingen. Er hatte, wie schon so häufig in der Vergangenheit, im Seniorenwohnpark für eine vergnügte Stimmung bzw. Dultatmosphäre gesorgt.

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