Unser Konzept für die Pflege und Betreuung dementer Menschen

Mit zunehmendem Alter erkranken Menschen häufiger an Demenz und benötigen eine einfühlsame Betreuung, um in ihrer veränderten Wirklichkeit ernst genommen und verstanden zu werden. Grundlage einer angemessenen, effektiven Pflege dementiell erkrankter Menschen ist die ganzheitliche, respektierende und aktivierende Pflege, die individuell, alle wichtigen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Gegebenheiten berücksichtigt. Unser Konzept soll die Haltung des Senioren-Wohnpark Landshut zur Pflege und Betreuung dementer Menschen darlegen.

Im Erdgeschoss befindet sich der beschützende Dementenbereich „Ammersee“ mit einer Wohngruppe von 12 Plätzen. Zu diesem Bereich gehört auch ein Garten, in dem sich die Bewohner frei bewegen können. Wohnbereich und Garten kann der Bewohner nicht alleine verlassen. Auf diesem Bereich ist eine zusätzliche Betreuungskraft eingesetzt, die mit den Bewohnern den Tag strukturiert. Im 1. Obergeschoss befindet sich der Wohnbereich „Bodensee“ mit 34 Plätzen, von denen 25 Pflegeplätze dem Spezialkonzept Demenz mit Chipsystem zugeordnet sind. Der Bewohner kann sich frei im Haus bewegen. Sollte er sich dem Hauptausgang nähern, verriegelt die Tür und der Bewohner kann die Einrichtung nicht verlassen.

Unser Ziel

  • Eine sichere und geschützte Wohnform in vertrauensvoller Atmosphäre.   
  • Mobilisation und Erhaltung der Selbsthilfekräfte der Bewohner sowie Respekt und Akzeptanz ihrer Werte, Ziele und Entscheidungen.

Was bedeutet Demenz

Eine Demenz ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, dass zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt und meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht. Vor allem sind das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust erworbener Denkfähigkeiten.

Gemeinsam im Alltag

Durch einfühlsame Betreuung werden die an Demenz erkrankten Menschen in ihrer veränderten Wirklichkeit ernst genommen. Sie werden als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und dort abgeholt, wo sie mit ihren kognitiven Fähigkeiten stehen. Das oft sehr ausgeprägte Geh- und Bewegungsbedürfnis wird berücksichtigt und die nötige Sicherheit gewährleistet. Durch die Beziehungsaufnahme zwischen Mitarbeitern und Bewohnern wird Vertrauen und Sicherheit geschaffen.

Die Aktivierung findet in Gruppen oder Einzelbetreuung statt. Der Tagesablauf sollte so weitergelebt werden können, wie es den Gewohnheiten des alten Menschen entspricht. Wir binden die Bewohner in die alltäglichen Abläufe ein, um einen normalen Lebensalltag zu erhalten. Unsere Betreuung umsorgt die Bewohner bei den täglichen anfallenden Hausarbeiten. Hierzu gehören Rüsten, Backen, Kochen, Abwaschen, Tische reinigen, Boden wischen, Wäsche zusammenlegen.

Über die aktive Beteiligung an der Alltagsgestaltung erhalten demente Bewohner wichtige Sinneseindrücke.
Zweimal in der Woche arbeitet die Betreuung mit den Bewohnern zusammen. Mit Bildern und gemeinsam hergestellten Dekorationen schaffen wir eine angenehme Atmosphäre. Die Aktivitäten werden der Jahreszeit, Tagessituation und dem Befinden der Bewohner angepasst. Geselligkeit in der Gemeinschaft wird gepflegt. Erinnerungen werden geweckt und vorhandene Fähigkeiten aktiviert.

Grundsätzlich gilt: Der Bewohner kann sich auf die angebotenen Aktivitäten einlassen, muss aber nicht.
Die Tagesstruktur und die Aktivierung vermittelt den desorientierten Bewohnern das Gefühl von

  • Geborgenheit und Sicherheit
  • Selbstvertrauen
  • Zufriedenheit und Wohlbefinden
  • Akzeptanz
  • Freude und Ablenkung
  • Gebraucht zu werden
  • Persönlicher Atmosphäre

Basale Stimulation

Wer an Reizen verarmt, blendet über kurz oder lang die äußerte Realität aus und verliert die Orientierung. Aufgrund altersbedingter Hör- und Sehbehinderungen werden viele Sinnesreize nur noch schlecht wahrgenommen. Um einen Rückzug zu vermeiden bieten wir die Basale Stimulation an. Basale Stimulation ist ein Konzept zur Persönlichkeitsförderung wahrnehmungsbeeinträchtigter Menschen. Es ist ein Angebot zur Herausbildung einer individuellen nonverbalen Mittteilungsform bei Menschen, deren Eigenkreativität und Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich eingeschränkt ist.Mit einfachsten Mitteln wird versucht, den Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen, um Ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und Lebensqualität zu erleben. Angesprochen werden das Spüren des eigenen Körpers, die Empfindung der eigenen Lage im Raum, sowie die fünf Sinne: Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen und Riechen.

Milieugestaltung

Mobile, verhaltensauffällige Demenzkranke besitzen einen hohen Bewegungsdrang, Dieser dient u.a. den Abbau innerer Spannungen und darf so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Die Wohn- / Raumstruktur der Wohngruppe ermöglicht genügend Bewegungsfreiraum und dadurch ein großes Ausmaß an Autonomie. Sie gibt Gelegenheit zu sozialen Kontakten, bietet Raum für Gruppen und Eigenbeschäftigung oder die Möglichkeit des Rückzugs.
Ein direkter Zugang zum Garten mit Sitzgelegenheiten lädt zum Spazieren und Ausruhen ein. In einem Hochbeet wird gemeinsam gepflanzt und geerntet.

Aufnahmekriterien

Zugangsvoraussetzung ist:
Beschluss für eine geschützte Unterbringung oder zum Tragen eines Chips vom Amtsgericht Abteilung Betreuung.
Wir arbeiten nach dem Phasenprinzip. Bewohner des beschützten Bereichs werden bei Reduzierung der Hinlauftendenz nach gewisser Zeit auf den offenen Demenzbereich verlegt. Voraussetzung ist die Aufhebung des Beschlusses.

  • Eine dementielle Erkrankung
  • Weg- und Hinlaufgefahr
  • Gesteigerter Bewegungsdrang
  • Mobilität

Kriterien für eine Rückverlegung auf andere Wohnbereiche

Wenn die dementielle Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass unsere Angebote den an Demenz erkrankten Menschen nicht mehr erreichen oder die Aufnahmekriterien nicht mehr erfüllt sind, ist eine Verlegung auf andere Wohnbereiche anzustreben. Insbesondere bei schwerer Pflegebedürftigkeit durch fehlende Mobilität.

Wir arbeiten mit Ihnen Hand in Hand

Die Angehörigen spielen im Pflege- und Betreuungsprozess der Bewohner eine große Rolle. Die Bewohner sind weiterhin ein Teil ihrer Familien. Wir haben keine speziellen Besuchszeiten. In unserer familiären Atmosphäre ist ein Gespräch mit den Mitarbeitern jederzeit möglich.
Aktuell sind die Einschränkungen aufgrund von Corona zu beachten.

  • Angehörige werden, nach Wunsch und Möglichkeit, in die Pflege und Betreuung mit einbezogen.
  • Angehörige werden im Umgang mit Demenzkranken beraten, angeleitet und unterstützt.
  • Angehörige können bei festlichen Aktivitäten mitwirken.
  • Zusammenarbeit und Austausch mit den betreuenden Ärzten.
  • Zusammenarbeit und Austausch mit anderen internen Pflegeteams.
  • Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Institutionen.
  • Die Küche geht auf spezielle Ernährungsbedürfnisse der Bewohner ein. (Fingerfood)
  • Regelmäßige Weiterbildung und Supervision des Personals.
  • Positionierung bei den relevanten Stakeholdern.

Qualitätssicherung

Die Kontrolle erfolgt im Rahmen des Qualitätskonzeptes des Senioren-Wohnpark Landshut und der übergeordneten EMVIA LIVING GmbH.

Das persönliche Gespräch

Im Falle einer Demenzerkrankung steht für uns vor Aufnahme das persönliche Gespräch im Vordergrund: Was braucht der Demenzerkrankte? Was können wir als Einrichtung leisten? Welche Anknüpfungspunkte gibt es in seiner Biographie? Lassen Sie uns gemeinsam darüber sprechen. Nehmen Sie gerne direkt Kontakt zu uns auf.